Kumbo II

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Seit drei Tagen sind wir nun wieder zurueck in Kumbo, wo wir zwischendurch schon einmal waren und mit den 15 Novizen zusammen im Haus leben.

Es ist schoen, wieder hier zu sein: Hier duerfen wir uns ein Zimmer teilen, haben sogar ein kleines Wohnzimmer fuer uns, die Kakerlaken gibt es nur in sehr geringen Mengen und auch nur in der Kueche und es gibt genug Wasser. Die Dusche ist sogar warm. Da kann man sich viel leichter wohl fuehlen.

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Ueber Weihnachten haben die Schweine hier Junge bekommen: Wir wohnen nun also mit 35 Schweinchen in einem Haus. Schoen irgendwie.

Der Weg hierher war abenteuerlich: Wir waren zwei Tage in einer kleinen Stadt in den Bergen und haben dann ein Motorradtaxi nehmen muessen, um in die naechstgelegenere Stadt zu kommen. Vor diesen Taxis gruselt es mir immer ein bisschen. Sie fahren einfach viel zu schnell. Danach ging es weiter mir einem Auto ohne Klimaanlage mit neun Menschen im Auto und mit geschlossenen Fenstern. Die Strassen hier sind oft nicht geteert und in der Trockenzeit bestehen die Strassen aus so viel Staub, dass man die Fenster besser nicht aufmacht. Da ist die Sauna quasi gratis im Fahrpreis inbegriffen. Hat ja auch was fuer sich.

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Einmal mussten wir noch in ein anderes Taxi umsteigen, wo wir zu viert mit zwei dicken Frauen auf dem Ruecksitz sassen. Das war schoen kuschelig!

Eine der Frauen hatte ihr kleines Baby dabei, das vermutlich seinen naechsten Geburtstag nicht erleben wird. Zwei Stunden sind wir mit dem Kleinen ueber Schlagloecher gefahren bis wir endlich im Krankenhaus in Kumbo waren. Es hat die ganze Zeit vor sich hingehustet und geschnieft, da war der Luftzug, wenn die Fenster einmal offen waren, sicher nicht gut fuer ihn. Genausowenig wie der Staub, den es so zwangslaeufig eingeatmet hat.

Was fuer ein Luxus es ist, wenn man den naechsten Arzt um die Ecke hat, das sollte man vermutlich nicht vergessen. Genausowenig wie man vergessen sollte, was fuer eine nuetzliche und praktische Erfindung Krankenwaegen sind.

30 Prozent der Menschen, die hier ins Krankenhaus kommen, sterben in der ersten Nacht. Das hat nichts damit zu tun, dass die Krankenhaeuser hier so schlecht sind, sondern eher damit, dass die Behandlung hier so teuer ist, dass die meisten Menschen so lange mit einem Arztbesuch warten, bis es ihnen richtig, richtig schlecht geht. Und dann ist es eben meistens zu spaet.

Wie gut man es hat, merkt man eben manchmal doch erst, wenn man weit weg von zuhause ist.

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